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Turnaround Tuesday

Nach einem schwachen Wochenstart drehen die Märkte statistisch oft wieder nach oben. Diese Strategie kauft DAX-Schwäche am Montag und verkauft in die Erholung am Mittwoch, eine solide Mean-Reversion-Strategie mit langer Erfolgshistorie.

Typ
Saisonal
Zyklisch · wiederkehrend
Komplexität
Niedrig
Trefferquote
51,5%
über 513 Trades
Profitfaktor
1,59
seit 2000
Backtest-Performance
DAX (XETR) · 2000–2026 · mit 1% Notfallstop · kumulierter Gewinn
+346%
Compound (Zinseszins)
Compound (Zinseszins): Gewinne werden reinvestiert. Jeder Trade wirkt auf das gewachsene Kapital. Marktstandard, aber idealisiert.
513Trades
51,5%Trefferquote
1,59Profitfaktor
−33,4%Max. Drawdown
+0,31%Ø pro Trade
Startkapital: 10.000 € Endkapital:  
🛡 Stop-Loss bei dieser Strategie

Diese Strategie nutzt im Backtest einen Notfall-Stop von 1 % zur Absicherung. Du kannst diesen Wert an deine eigene Risikoneigung anpassen, enger oder weiter setzen oder bei striktem Regel-Handel auch weglassen. Mehr dazu auf der Seite Risiko und Moneymanagement.

Worum geht es?

Der Turnaround Tuesday ist eines der bekanntesten saisonalen Muster am Aktienmarkt. Der Name beschreibt genau was passiert: Nach einem schwachen Wochenbeginn, typischerweise einem Montag mit fallenden Kursen. Am Dienstag kommt es häufig zu einer Gegenbewegung nach oben, einem „Turnaround".

Die Strategie nutzt diese statistische Tendenz: Man kauft in die Schwäche hinein, wenn der Markt zu Wochenbeginn nachgibt, und setzt darauf dass die Erholung am Dienstag folgt.

Warum funktioniert das?

Hinter dem Muster stecken nachvollziehbare Gründe aus dem Verhalten der Marktteilnehmer:

  • Das Wochenende erzeugt Unsicherheit. Über Samstag und Sonntag können Anleger nicht handeln. Negative Nachrichten oder einfach Nervosität führen dazu, dass viele am Montag vorsichtshalber verkaufen.
  • Die Übertreibung korrigiert sich. Oft ist der Montagsabverkauf emotional übertrieben. Wenn am Dienstag klarer Kopf einkehrt und keine echten schlechten Nachrichten folgen, kaufen Anleger die günstigeren Kurse zurück.
  • Institutionelle steigen ein. Große Investoren nutzen schwache Montage gezielt, um zu günstigeren Kursen einzukaufen. Das verstärkt die Erholung am Dienstag.
✦ Gut zu wissen

Der Filter „Montag unter der 34-Tage-Linie" stellt sicher, dass nur echte Schwächephasen gehandelt werden, nicht jeder beliebige Montag. Das macht die Strategie selektiver und robuster als die einfachste Form, bei der jeder schwache Montag gehandelt würde.

So funktioniert die Strategie Schritt für Schritt

Der Ablauf in 3 Schritten
1

Montags-Schwäche prüfen

Schließt der DAX am Montag unter seiner 34-Tage-Linie, ist die Schwäche bestätigt und das Setup aktiv.

2

Einstieg zum Montagsschluss

Du kaufst zum Schlusskurs am Montag in die Schwäche hinein, bevor die typische Erholung einsetzt.

3

Ausstieg am Mittwoch früh

Du hältst die Position über den Dienstag und verkaufst am Mittwochmorgen, nach der erwarteten Gegenbewegung.

Was du beachten solltest

Bei aller Eingängigkeit des Musters, ein paar Punkte solltest du kennen:

  • Es gibt verschiedene Turnaround-Tuesday-Ansätze. Manche kaufen jeden schwachen Montag, andere nutzen Schwellenwerte oder verkaufen schon am Dienstag. Die hier gezeigte Variante folgt dem Ansatz von André Stagge (Montag unter der 34-Tage-Linie, Verkauf Mittwoch früh), eine der bekanntesten Umsetzungen im deutschsprachigen Raum.
  • Es braucht die Schwäche als Auslöser. Ohne schwachen Montag kein Setup. Die Strategie funktioniert nicht jede Woche, sondern nur wenn die Bedingung erfüllt ist.
  • Eine Absicherung nach unten ist sinnvoll. Manchmal setzt sich die Schwäche fort statt zu drehen. Ein Stop-Loss begrenzt den Verlust falls der Turnaround ausbleibt.
  • Indizes eignen sich besser als Einzelaktien. Das Muster ist auf breite Märkte (z.B. DAX, S&P 500) statistisch stabiler als auf einzelne Aktien.
  • Disziplin schlägt Bauchgefühl. Gerade das Kaufen in fallende Kurse fühlt sich unangenehm an, funktioniert aber nur, wenn man die Regel konsequent befolgt.
  • Sie braucht das richtige Umfeld. Im Backtest lief die Strategie bis etwa 2008 seitwärts und drehte erst danach klar ins Plus. Sie ist kein garantierter Selbstläufer, sondern entfaltet ihre Stärke über lange Zeiträume.
  • Moderate, aber konstante Erträge. Mit Ø +0,31% pro Trade ist sie keine Rendite-Rakete. Ihr Wert liegt in der kurzen Marktzeit und dem statistisch belegten Vorteil über 513 Trades.

Stärken und Schwächen

Stärken
  • Nur ~2 Tage investiert (Montag–Mittwoch früh)
  • 1% Notfallstop begrenzt Verluste klar nach unten
  • Statistisch belegt über 513 Trades am DAX
  • DAX-Basiswährung Euro, kein Währungsrisiko
Schwächen
  • Trefferquote 51,5%: knappe Mehrheit, erfordert Disziplin
  • Kleine Ø-Gewinne (+0,31%/Trade), viele Trades nötig
  • In starken Aufwärtstrends kann das Muster nachlassen
  • Erfordert Ausführung zu definierten Zeiten (Montag Eröffnung)

Für wen eignet sich die Strategie?

Der Turnaround Tuesday ist für jeden zugänglich, weil das Grundprinzip einfach zu verstehen ist und nur ein klares Setup pro Woche entsteht. Sie eignet sich besonders für alle, die nicht ständig den Markt beobachten können, aber ein wiederkehrendes Muster mit nachvollziehbarer Logik diszipliniert handeln möchten. Ideal auch als Baustein in einem Strategie-Mix.

Hinweis: Alle Inhalte dienen ausschließlich der Aufklärung und stellen keine Anlageberatung dar. Backtest-Ergebnisse basieren auf historischen Daten und sind keine Garantie für zukünftige Resultate. Trading mit gehebelten Produkten birgt erhebliche Verlustrisiken bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals.