Die SPX Dip Ladder Faktor 2 folgt derselben Grundidee wie die Basisstrategie: Sie kauft nach festen Regeln in Rücksetzer des S&P 500 hinein und verkauft nach der Erholung. Der Unterschied liegt im Instrument: Statt eines normalen ETFs kommt ein Faktor-2-ETF zum Einsatz, der die tägliche Bewegung des Index verdoppelt.
Der Hebel wirkt in beide Richtungen. In Erholungsphasen verstärkt er die Gewinne deutlich, was die hohen durchschnittlichen Trade-Renditen erklärt. Gleichzeitig vergrößert er aber auch die zwischenzeitlichen Rückgänge. Diese Strategie ist damit bewusst offensiver ausgelegt als die ungehebelte Variante.
Faktor-2-ETFs auf den S&P 500 existieren als handelbare Produkte erst seit etwa 2010. Der Backtest deckt daher den Zeitraum 2011 bis 2026 ab und enthält keine der großen Krisen davor (Dotcom 2000, Finanzkrise 2008). Die gezeigten Ergebnisse beruhen also auf einem überwiegend steigenden Markt. In einem längeren Bärenmarkt fielen die Kennzahlen, insbesondere der Drawdown, voraussichtlich ungünstiger aus.
Im getesteten Zeitraum erzielte die Strategie über 13 Trades eine durchschnittliche Trade-Rendite von +78,5 % bei einer kumulierten Rendite von +1.035 %. Alle 13 Trades waren profitabel. Der stärkste zwischenzeitliche Rückgang lag bei rund −28 %.
Die durchschnittliche Haltedauer eines Trades lag bei rund 1,3 Jahren. Rechnet man die durchschnittliche Trade-Rendite von +78,5 % auf ein Jahr um, ergibt das rund +56 % pro Jahr für die Zeit, in der das Kapital tatsächlich investiert war. Wichtig: Das ist keine durchgehende Depotrendite. Zwischen den Trades hält die Strategie Cash, in dieser Zeit arbeitet das Kapital nicht. Die Kennzahl beschreibt die Verzinsung während der Haltephasen, nicht die Rendite eines dauerhaft voll investierten Depots. Bei einem gehebelten Faktor-2-Produkt ist eine solche Zahl mit Vorsicht zu lesen. Die konkreten Ein- und Ausstiegssignale liefert StratMatrix laufend, du musst das Regelwerk nicht selbst umsetzen.
So funktioniert die Strategie Schritt für Schritt
Rückgang abwarten
Die Strategie wird erst aktiv, wenn den S&P 500 spürbar von seinem vorherigen Hoch zurücksetzt. Ein kleiner Rücksetzer reicht nicht, es braucht eine echte Schwächephase.
Gestaffelt einsteigen
Je tiefer der Markt fällt, desto mehr wird nachgekauft, verteilt über mehrere Kursniveaus. So sinkt der durchschnittliche Einstiegskurs mit jedem weiteren Rückgang, statt alles auf einen Schlag zu setzen.
Erholung aussitzen
Die Positionen werden gehalten, bis sich der Markt deutlich erholt hat. Das kann Wochen bis über ein Jahr dauern, Geduld ist hier Teil der Strategie.
Nach der Erholung verkaufen
Sobald der Markt sich ausreichend erholt hat, wird die gesamte Position wieder verkauft. Der Gewinn ergibt sich aus dem günstigen Durchschnittseinstieg während der Schwächephase.
Wichtige Hinweise
Bevor du der Strategie folgst, solltest du ein paar Dinge einordnen können:
- Hohe zwischenzeitliche Rückgänge. Die Strategie kauft in fallende Kurse hinein, bevor die Erholung kommt. Zwischenzeitliche Buchverluste von −27,7% sind vorgekommen und gehören zum Ansatz. Man muss sie aushalten können.
- Kapital ist teils lange gebunden. Eine Position kann über ein Jahr laufen, bis sich der Markt erholt. In dieser Zeit ist das eingesetzte Kapital gebunden und arbeitet nur, wenn die Erholung eintritt.
- Der Hebel wirkt in beide Richtungen. Diese Variante nutzt einen Faktor-2-ETF. Der Hebel verstärkt sowohl die Renditen als auch die zwischenzeitlichen Rückgänge deutlich. Diese Variante ist deutlich riskanter als die ungehebelte und nur für erfahrene, risikobewusste Anleger geeignet.
- Cash-Phasen zwischen den Trades. Die Strategie ist nicht dauerhaft investiert. Zwischen den Rücksetzern hält sie Cash und wartet. Die hohe Rendite pro Trade ist daher nicht mit einer durchgehenden Depotrendite zu verwechseln.
Für wen eignet sich die Strategie?
Diese gehebelte Variante passt ausschließlich zu erfahrenen, risikobewussten Anlegern, die die verstärkten Schwankungen bewusst in Kauf nehmen und zwischenzeitliche Rückgänge von −27,7% aushalten können. Der Hebel bringt höhere Renditen, aber auch deutlich höhere Risiken. Für sicherheitsorientierte Anleger oder Einsteiger ist sie nicht geeignet.