◈ Investment und Portfolio ○ Trading-Strategien

Sell in May

Sieben Monate investiert, fünf Monate draußen. Das alte Börsensprichwort "Sell in May and go away" steckt ein statistisch belegtes Muster dahinter: Der Winter schlägt den Sommer. Getestet am DAX seit 1980.

Typ
Trading
Saisonal · Kalenderbasiert
Risiko
Mittel
seit 1980
Trefferquote
78,7%
47 Trades seit 1980
Profitfaktor
6,03
sehr stark
Backtest DAX (XETR) · Sell in May
47 Trades · 1980–2026 · November bis April investiert · kumulierter Gewinn
+8.143%
Compound (Zinseszins)
Compound (Zinseszins): Gewinne werden reinvestiert. Jeder Trade wirkt auf das gewachsene Kapital. Marktstandard, aber idealisiert.
Startkapital: 10.000 € Endkapital:  
47Trades
78,7%Trefferquote
6,03Profitfaktor
+10,9%Ø pro Jahr
7 Mon.Haltedauer
Vergleich mit Buy & Hold

Wer den DAX einfach gehalten hätte, erzielte langfristig rund 8,7% pro Jahr. Sell in May schlägt das mit 10,9% pro Jahr bei nur 7 Monaten Marktrisiko statt 12.

+10,9%
Sell in May
Ø pro Jahr (additiv)
+8,7%
DAX Buy & Hold
p.a. (Rendite p.a.)

Hinweis: Die Sell-in-May-Rendite ist additiv berechnet (fester Einsatz pro Trade). Der Buy-and-Hold-Wert basiert auf dem Rendite p.a. des DAX seit 1980. Beide Methoden sind nicht direkt vergleichbar, zeigen aber den entscheidenden Punkt: ähnliche Rendite bei deutlich reduzierter Marktzeit.

"Sell in May and go away" ist eines der bekanntesten Börsensprichwörter. Dahinter steckt eine einfache Beobachtung: Die Monate November bis April sind historisch deutlich stärker als Mai bis Oktober. Wer nur in der starken Jahreshälfte investiert und den Sommer draußen bleibt, hat weniger Risiko und oft mehr Rendite.

Der Backtest zeigt, was passiert wenn man das konsequent umsetzt: Kauf Ende Oktober, Verkauf Ende April. Nur 7 Monate pro Jahr investiert. Kein aktives Trading, kein Timing. Das Ergebnis über 47 Jahre: DAX +512%.

📊 Warum funktioniert das?

Die Gründe sind nicht abschließend geklärt, aber mehrere Faktoren spielen eine Rolle: Urlaubszeit und geringere Handelsvolumina im Sommer, saisonale Mittelabflüsse aus Fonds, politische Budgetzyklen und das psychologisch schwächere Umfeld nach dem Frühlingshoch. Der Effekt ist weltweit dokumentiert und seit Jahrzehnten statistisch belegt.

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Das vollständige Regelwerk

Die genauen Ein- und Ausstiegszeitpunkte, Varianten der Strategie (mit und ohne Filterregeln), Stop-Loss-Überlegungen, die Umsetzung als ETF-Strategie sowie der direkte Vergleich Sommer gegen Winter-Performance sind im Premium-Bereich verfügbar.

Premium

Wichtige Hinweise

So robust der saisonale Effekt auch ist, ein paar Punkte solltest du kennen:

  • Es ist ein statistischer Durchschnitt, keine Garantie. Der Effekt ist über Jahrzehnte und viele Märkte dokumentiert, einzelne Jahre können dennoch im Minus enden.
  • Das Kapital liegt einen Teil des Jahres brach. Die Strategie ist nur etwa sieben Monate investiert. In der Sommerpause steht das Kapital für andere Strategien zur Verfügung, was sie zu einer guten Beimischung macht.
  • Die Strategie sieht keinen Stop-Loss vor. Verlustjahre können zweistellig ausfallen, da die Position über die gesamte Saison gehalten wird. Eine optionale Absicherung kann das Risiko begrenzen.
  • Jährliche Realisierung kann steuerlich ungünstig sein. Durch den festen Ausstieg jedes Jahr werden Gewinne regelmäßig realisiert und versteuert, anders als bei einer reinen Buy-and-Hold-Position.
  • Der Effekt ist breit bekannt. Saisonale Muster können sich abschwächen, wenn viele Marktteilnehmer sie handeln. Der Vorteil liegt in der disziplinierten, langfristigen Anwendung.

Für wen eignet sich die Strategie?

Sell in May eignet sich für Anleger, die minimalem Aufwand mit einem klaren Kalenderrhythmus schätzen. Nur zwei Transaktionen pro Jahr, keine tägliche Beobachtung nötig. Ideal als Beimischung zu einem langfristigen Portfolio oder als eigenständige Strategie für geduldige Anleger, die den Sommer lieber entspannt genießen.