"Sell in May and go away" ist eines der bekanntesten Börsensprichwörter. Dahinter steckt eine einfache Beobachtung: Die Monate November bis April sind historisch deutlich stärker als Mai bis Oktober. Wer nur in der starken Jahreshälfte investiert und den Sommer draußen bleibt, hat weniger Risiko und oft mehr Rendite.
Der Backtest zeigt, was passiert wenn man das konsequent umsetzt: Kauf Ende Oktober, Verkauf Ende April. Nur 7 Monate pro Jahr investiert. Kein aktives Trading, kein Timing. Das Ergebnis über 47 Jahre: DAX +512%.
Die Gründe sind nicht abschließend geklärt, aber mehrere Faktoren spielen eine Rolle: Urlaubszeit und geringere Handelsvolumina im Sommer, saisonale Mittelabflüsse aus Fonds, politische Budgetzyklen und das psychologisch schwächere Umfeld nach dem Frühlingshoch. Der Effekt ist weltweit dokumentiert und seit Jahrzehnten statistisch belegt. Die konkreten Ein- und Ausstiegssignale liefert StratMatrix laufend, du musst den Kalender nicht selbst im Blick behalten.
So funktioniert die Strategie Schritt für Schritt
Ende Oktober einsteigen
Zum Ende des Monats Oktober wird das Kapital in den Markt investiert. Damit beginnt die statistisch stärkere Jahreshälfte.
Über den Winter halten
Die Position bleibt über die Monate November bis April bestehen. In dieser Zeit ist kein weiteres Eingreifen nötig.
Ende April aussteigen
Zum Ende des Monats April wird die Position vollständig verkauft. Die Gewinne der Wintersaison werden realisiert.
Über den Sommer aussetzen
Von Mai bis September bleibt das Kapital außerhalb des Marktes. Es kann in dieser Zeit für andere Strategien genutzt werden.
Wichtige Hinweise
So robust der saisonale Effekt auch ist, ein paar Punkte solltest du kennen:
- Es ist ein statistischer Durchschnitt, keine Garantie. Der Effekt ist über Jahrzehnte und viele Märkte dokumentiert, einzelne Jahre können dennoch im Minus enden.
- Das Kapital liegt einen Teil des Jahres brach. Die Strategie ist nur etwa sieben Monate investiert. In der Sommerpause steht das Kapital für andere Strategien zur Verfügung, was sie zu einer guten Beimischung macht.
- Die Strategie sieht keinen Stop-Loss vor. Verlustjahre können zweistellig ausfallen, da die Position über die gesamte Saison gehalten wird. Eine optionale Absicherung kann das Risiko begrenzen.
- Jährliche Realisierung kann steuerlich ungünstig sein. Durch den festen Ausstieg jedes Jahr werden Gewinne regelmäßig realisiert und versteuert, anders als bei einer reinen Buy-and-Hold-Position.
- Der Effekt ist breit bekannt. Saisonale Muster können sich abschwächen, wenn viele Marktteilnehmer sie handeln. Der Vorteil liegt in der disziplinierten, langfristigen Anwendung.
Für wen eignet sich die Strategie?
Sell in May eignet sich für Anleger, die minimalem Aufwand mit einem klaren Kalenderrhythmus schätzen. Nur zwei Transaktionen pro Jahr, keine tägliche Beobachtung nötig. Ideal als Beimischung zu einem langfristigen Portfolio oder als eigenständige Strategie für geduldige Anleger, die den Sommer lieber entspannt genießen.