◈ Investment und Portfolio ○ Trading-Strategien

Monatsultimo-Effekt

Rund um den Monatswechsel strömt frisches Kapital in den S&P 500, durch Sparpläne, Gehälter und institutionelle Umschichtungen. Diese Strategie nutzt den typischen Aufwärtsschub und spart die schwache Sommerphase bewusst aus.

Typ
Saisonal
Zyklisch · wiederkehrend
Risiko
Gering
Trefferquote
63,3%
über 690 Trades
Profitfaktor
2,06
Gewinn je Verlusteinheit
Backtest-Performance
Performance seit 1950
+7.119%
Compound (Zinseszins)
Compound (Zinseszins): Gewinne werden reinvestiert. Jeder Trade wirkt auf das gewachsene Kapital. Marktstandard, aber idealisiert.
690Trades
63,3%Trefferquote
2,06Profitfaktor
+2,00%Ø Gewinn
−1,68%Ø Verlust
Startkapital: 10.000 € Endkapital:  
Warum die Sommermonate ausgespart werden
Die Auswertung über 76 Jahre zeigt klar: Juli, August und September tragen kaum etwas bei. Die Strategie handelt deshalb nur die übrigen neun Monate.
MonatTradesTrefferquoteØ Gewinn/VerlustProfitfaktor
Januar 78 60% +0.59% 1.90
Februar 77 60% +0.17% 1.22
März 77 62% +0.12% 1.16
April 77 57% +0.47% 1.74
Mai 77 65% +0.77% 2.38
Juni 76 64% +0.77% 2.32
Juli ausgespart 76 57% +0.12% 1.11
August ausgespart 76 61% +0.04% 1.04
September ausgespart 76 62% +0.33% 1.39
Oktober 76 70% +1.74% 5.60
November 76 68% +0.56% 1.96
Dezember 76 63% +0.69% 2.16

Worum geht es?

Der Monatsultimo-Effekt beschreibt ein wiederkehrendes Muster: Rund um den Monatswechsel, also die letzten Handelstage eines Monats und die ersten des Folgemonats steigen die Aktienmärkte statistisch häufiger als im Rest des Monats. „Ultimo" ist ein alter Begriff für den letzten Tag eines Monats.

Die Strategie nutzt diesen Zeitraum gezielt: Man steigt gegen Monatsende ein und profitiert vom typischen Kapitalzufluss der diese Tage begleitet.

Warum funktioniert das?

Der Effekt hat handfeste, strukturelle Ursachen, er ist kein Zufall:

  • Sparpläne und Gehälter. Viele Sparpläne werden zum Monatsanfang ausgeführt, und Gehälter kommen zum Monatsende. Dieses frische Geld fließt automatisch in Aktien und Fonds.
  • Institutionelle Umschichtungen. Fonds und große Investoren richten ihre Depots oft zum Monatsende neu aus. Sie kaufen gut gelaufene Aktien, um im Monatsbericht gut dazustehen.
  • Wiederkehrende Zuflüsse. Pensionskassen und Versicherungen investieren regelmäßig zum Monatswechsel. Diese verlässlichen Käufe stützen die Kurse.
✦ Gut zu wissen

Der Monatsultimo-Effekt ist einer der am längsten dokumentierten saisonalen Effekte überhaupt und wurde in zahlreichen wissenschaftlichen Studien über verschiedene Länder und Jahrzehnte hinweg nachgewiesen.

So funktioniert die Strategie Schritt für Schritt

Der Ablauf in 3 Schritten
1

Einstieg gegen Monatsende

Du kaufst einen breiten Index einige Handelstage vor dem Monatswechsel, typischerweise an den letzten zwei bis drei Tagen des Monats.

2

Über den Monatswechsel halten

Du hältst die Position über den Jahreswechsel hinweg, also über die Tage mit dem stärksten Kapitalzufluss.

3

Ausstieg in den ersten Tagen des neuen Monats

Du verkaufst in den ersten Handelstagen des Folgemonats, wenn der typische Schub abebbt.

Wichtige Hinweise

Auch dieses einfache Muster hat seine Spielregeln:

  • Es ist ein statistischer Durchschnitt. Nicht jeder Monatswechsel ist positiv. Der Vorteil zeigt sich erst über viele Wiederholungen hinweg.
  • Breite Indizes sind ideal. Der Effekt ist auf marktbreite Produkte (z.B. DAX, S&P 500) stabiler als auf Einzelaktien.
  • Eine Absicherung schützt vor Ausreißern. In schwachen Marktphasen kann der Effekt ausbleiben. Ein Stop-Loss begrenzt das Risiko.
  • Konsequenz ist entscheidend. Wie bei allen saisonalen Strategien entsteht der Vorteil nur durch diszipliniertes, wiederholtes Anwenden.

Für wen eignet sich die Strategie?

Der Monatsultimo-Effekt ist für jeden zugänglich, weil er einen festen, planbaren Zeitpunkt hat. Man muss nicht auf Signale warten, sondern kennt den Einstieg im Voraus. Das macht ihn ideal für alle, die berufstätig sind und ihre Trades im Kalender planen wollen.

Hinweis: Alle Inhalte dienen ausschließlich der Aufklärung und stellen keine Anlageberatung dar. Backtest-Ergebnisse basieren auf historischen Daten und sind keine Garantie für zukünftige Resultate. Trading mit gehebelten Produkten birgt erhebliche Verlustrisiken bis hin zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals.