Diese Strategie arbeitet ohne festen Stop-Loss. Ein- und Ausstieg folgen klaren, festen Regeln. Die Ausstiegsregel begrenzt selbst, wie lange du im Markt bist. Wer zusätzliche Absicherung möchte, kann optional einen eigenen Stop-Loss ergänzen; das ist Geschmackssache und gehört nicht zur Grundregel. Mehr dazu auf der Seite Risiko und Moneymanagement.
Worum geht es?
Der Monatsultimo-Effekt beschreibt ein wiederkehrendes Muster: Rund um den Monatswechsel, also die letzten Handelstage eines Monats und die ersten des Folgemonats steigen die Aktienmärkte statistisch häufiger als im Rest des Monats. „Ultimo" ist ein alter Begriff für den letzten Tag eines Monats.
Die Strategie nutzt diesen Zeitraum gezielt: Man steigt gegen Monatsende ein und profitiert vom typischen Kapitalzufluss der diese Tage begleitet.
Warum funktioniert das?
Der Effekt hat handfeste, strukturelle Ursachen, er ist kein Zufall:
- Sparpläne und Gehälter. Viele Sparpläne werden zum Monatsanfang ausgeführt, und Gehälter kommen zum Monatsende. Dieses frische Geld fließt automatisch in Aktien und Fonds.
- Institutionelle Umschichtungen. Fonds und große Investoren richten ihre Depots oft zum Monatsende neu aus. Sie kaufen gut gelaufene Aktien, um im Monatsbericht gut dazustehen.
- Wiederkehrende Zuflüsse. Pensionskassen und Versicherungen investieren regelmäßig zum Monatswechsel. Diese verlässlichen Käufe stützen die Kurse.
Der Monatsultimo-Effekt ist einer der am längsten dokumentierten saisonalen Effekte überhaupt und wurde in zahlreichen wissenschaftlichen Studien über verschiedene Länder und Jahrzehnte hinweg nachgewiesen.
So funktioniert die Strategie Schritt für Schritt
Einstieg gegen Monatsende
Du kaufst einen breiten Index einige Handelstage vor dem Monatswechsel, typischerweise an den letzten zwei bis drei Tagen des Monats.
Über den Monatswechsel halten
Du hältst die Position über den Jahreswechsel hinweg, also über die Tage mit dem stärksten Kapitalzufluss.
Ausstieg in den ersten Tagen des neuen Monats
Du verkaufst in den ersten Handelstagen des Folgemonats, wenn der typische Schub abebbt.
Was du beachten solltest
Auch dieses einfache Muster hat seine Spielregeln:
- Es ist ein statistischer Durchschnitt. Nicht jeder Monatswechsel ist positiv. Der Vorteil zeigt sich erst über viele Wiederholungen hinweg.
- Breite Indizes sind ideal. Der Effekt ist auf marktbreite Produkte (z.B. DAX, S&P 500) stabiler als auf Einzelaktien.
- Eine Absicherung schützt vor Ausreißern. In schwachen Marktphasen kann der Effekt ausbleiben. Ein Stop-Loss begrenzt das Risiko.
- Konsequenz ist entscheidend. Wie bei allen saisonalen Strategien entsteht der Vorteil nur durch diszipliniertes, wiederholtes Anwenden.
Stärken und Schwächen
- Einstieg planbar, fester Kalendertermin, kein Warten auf Signale
- Sehr lange Historie: 690 Trades seit 1950
- Hohe Trefferquote 63%, statistisch zuverlässig
- Nur ~6 Tage pro Monat investiert
- Sommermonate ausgeschlossen (Jul–Sep), nur 9 Monate/Jahr aktiv
- Kleiner Ø-Gewinn pro Trade erfordert Konsequenz über viele Monate
- Kein fester Stop-Loss (nur optional ergänzbar)
- Wirkung könnte nachlassen, wenn der Effekt breiter bekannt wird
Für wen eignet sich die Strategie?
Der Monatsultimo-Effekt ist für jeden zugänglich, weil er einen festen, planbaren Zeitpunkt hat. Man muss nicht auf Signale warten, sondern kennt den Einstieg im Voraus. Das macht ihn ideal für alle, die berufstätig sind und ihre Trades im Kalender planen wollen.