Worum geht es?
Momentum US Nasdaq überträgt den Momentum-Ansatz auf den Nasdaq 100, also auf die größten Technologie- und Wachstumswerte der US-Börsen. Jeden Monat wird dieser Index ausgewertet und daraus ein Depot aus bis zu zehn Titeln zusammengestellt, die zu gleichen Teilen gewichtet werden.
Der Unterschied zu einem breit aufgestellten Aktienportfolio liegt im Ausgangsmaterial. Der Nasdaq 100 ist deutlich schwankungsfreudiger als der Gesamtmarkt. Das zeigt sich in beide Richtungen: Die Strategie erzielte im Backtest eine höhere Rendite als die Variante auf dem breiten US-Markt, musste dafür aber auch tiefere Einbrüche verkraften.
Über den Backtest-Zeitraum seit 2000 erzielte die Strategie 19,4 % Rendite pro Jahr. Der Marktdurchschnitt kam im selben Zeitraum auf 6,4 % pro Jahr. In 62,1 % der Monate lag die Strategie im Plus. Dem steht ein maximaler Rückgang von 66,5 % gegenüber, der höchste Wert aller Strategien auf dieser Seite.
So funktioniert die Strategie Schritt für Schritt
Universum festlegen
Betrachtet werden ausschließlich Mitglieder des Nasdaq 100 mit einer Marktkapitalisierung von mindestens 10 Milliarden.
Kursstärke messen
Einmal im Monat wird für jeden Titel aus diesem Universum die zurückliegende Kursentwicklung ausgewertet und daraus eine Rangfolge gebildet.
Bis zu zehn Titel gleichgewichtet halten
Das Kapital ist in zehn gleich große Anteile aufgeteilt. Jeder Titel, der die Kriterien erfüllt, erhält genau einen davon.
Teilweise in Cash bleiben, wenn Kandidaten fehlen
Erfüllen weniger als zehn Titel die Kriterien, bleiben die übrigen Anteile unangetastet im Cash. Das Depot ist also nicht immer voll investiert, sondern reduziert in schwachen Marktphasen automatisch seine Aktienquote.
Wichtige Hinweise
Bevor du der Strategie folgst, solltest du ein paar Dinge einordnen können:
- Sehr tiefe Rückgänge sind möglich. Der maximale Rückgang im Backtest lag bei 66,5 %. Ein Momentum-Depot aus Technologiewerten verliert in Trendwechseln überdurchschnittlich, weil genau die Titel gehalten werden, die zuvor am stärksten gestiegen sind.
- Die Aktienquote schwankt. In 34 der 319 ausgewerteten Monate erfüllten weniger als zehn Titel die Kriterien. In der schwächsten Phase war nur ein einziger Anteil investiert, der Rest lag in Cash. Das dämpft Verluste, bedeutet aber auch, dass die Strategie an einer schnellen Erholung nur eingeschränkt teilnimmt.
- Jeder zweite Trade endet im Minus. Über 1.188 ausgewertete Positionen lag die Trefferquote bei 49,7 %. Das Ergebnis entsteht daraus, dass die Gewinner mit durchschnittlich 23,7 % deutlich größer ausfallen als die Verlierer mit 8,8 %.
- Hoher Umschlag. Im Backtest entstanden rund 6.100 Transaktionen. Ordergebühren und steuerliche Effekte sind in den Zahlen nicht enthalten und fallen bei dieser Strategie stärker ins Gewicht als bei ruhigeren Ansätzen.
- Konzentration auf einen Sektor. Der Nasdaq 100 wird von Technologiewerten dominiert. Eine Streuung über verschiedene Branchen leistet diese Strategie nicht.
- Vergangene Wertentwicklung ist keine Garantie. Alle Kennzahlen stammen aus einem Backtest über historische Kursdaten. Sie sind kein verlässlicher Indikator für die Zukunft.
Für wen eignet sich die Strategie?
Momentum US Nasdaq richtet sich an Anleger mit langem Zeithorizont, die eine hohe Renditechance suchen und dafür erhebliche Schwankungen tragen können. Der Zeitaufwand bleibt mit einer Prüfung pro Monat überschaubar, die eigentliche Belastungsprobe liegt darin, in einer mehrjährigen Verlustphase am Regelwerk festzuhalten. Wer ein ruhiges Depot sucht, auf Streuung über mehrere Branchen Wert legt oder zwischenzeitliche Rückgänge von zwei Dritteln des Kapitals nicht tragen kann, findet unter den defensiveren Strategien passendere Ansätze.